Wie eine Brücke steht der März zwischen dem Winter und dem Frühling. Während sich im Februar die Energie der Erde nach der langen Ruhezeit langsam wieder auf den Weg nach oben machte, bricht sie im März auf und schafft sich eine Bahn nach draussen. Knospen öffnen sich, Halme stossen aus der Erde ans Licht. Mit dem März kommt das Leben in die Natur zurück. Jeden Tag scheint die Sonne jetzt 3 Minuten länger. Am 21. März, dem Frühlingsbeginn, sind Tag und Nacht wieder genau 12 Stunden lang. Das Licht verdrängt die Dunkelheit mehr und mehr, die beiden gegensätzlichen Antriebskräfte, Licht und Dunkel, finden ins Gleichgewicht.
In der TCM gilt die Leber als DAS Frühlingsorgan, sie will wachsen, sich entfalten, grosse Taten vollbringen, grosse Träume träumen und Visionen haben. Die Leber liebt Herausforderungen und Beweglichkeit. Dazu braucht die Leber eine gute Portion starken Willen und Flexibilität.
Willen, um mit gezielten Schritten auf etwas zu zugehen und wirklich anzugehen. Flexibilität, um anpassungsfähig, kreativ und schöpferisch zu sein und Situationen als Chancen sehen, an denen man wachsen kann.
Jetzt, im März, werden wir aufgefordert, ernst zu machen mit unseren Plänen, ernst zu machen mit unserem Leben. Was wir uns wirklich wünschen, darf jetzt Gestalt annehmen: Was soll in diesem Jahr wirklich wachsen? Wir sammeln Mut und machen erste Schritte, bestimmen, was umgesetzt werden soll und was dazu nötig ist – und gehen dann den Weg. Wir entscheiden, welche Nahrung wir dazu brauchen, in unserem Körper, in unserem Geist, in unserer Seele, sind aufmerksam und achtsam, schaffen einen perfekten Nährboden. Dann, nach dem 21. März, wenden wir uns dem Licht zu und brechen auf in die aktive Zeit, in die Zeit des Handelns und des Gestaltens.